Livebilder aus Jesu Geburtsort.

Welcome on planet earth.

Wer brachte uns eigentlich auf die verrückte Idee, der Geburtsort Jesu bestünde aus einer einzigen, vorn offenen, verschneiten Holzhütte, besucht von persilgewaschenen Hirten, frischgestriegelten Ochsen und Eseln, goldgelocktem Knäblein im Krippelein und unbeschwerten Eltern…?! Vielleicht sollten wir mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkehren. Und uns fragen, was damals wirklich geschah und was es uns für heute zu sagen hat.

War es Winter? Man weiß es nicht. Die Witterung war aber wahrscheinlich eher das kleinere Problem. Viel mehr machte die damalige Besatzungsmacht den Leuten zu schaffen. Die Römer waren nicht zimperlich. Das Leben eines Einzelnen war wenig wert. Soldaten und Militär immer und überall.

Dazu kam diese überflüssige Volkszählung.

Alles war auf den Beinen. Jeder wurde durchs Land gescheucht, um sich in seinem Herkunftsort in Steuerlisten einzutragen.

Öffentliche Verkehrsmittel? Weit gefehlt. Die Glücklicheren hatten einen Esel, alle anderen ihre Füße. Maria und Josef – ein unscheinbares blutjunges Pärchen aus Nazareth. Er Zimmermann – oder vielmehr Bauarbeiter im aufstrebenden Nazareth. Sie hochschwanger. Das kleine Örtchen Bethlehem, wo das Paar sich registrieren lassen musste, lag etwa 170km entfernt. Von Nazareth ist das nicht eben mal ein Spaziergang. Die beiden waren tagelang unterwegs.

Bethlehem, ein kleines Dorf, überlaufen von anderen Volkszählungsgenervten. Kein dicker Geldbeutel, keine Bleibe, aber heftige Eröffnungswehen. Kein Taxi, kein Krankenhaus, keine Hebamme – der nächstbeste Hinterhof bot wenigstens ein bisschen Schutz. Das Neugeborene auf den Boden, in den Dreck packen? Keinesfalls! Der Futtertrog ist zwar nicht keimfrei – aber immerhin.

Und dann, am nächsten Tag, lief diese Horde Schafhirten auf. Wildfremde, zottelige Burschen – damals die Letzten von den Letzten in der Nahrungskette. Die erzählten, dass man ihnen erzählt habe, dass hier gerade Gottes Sohn geboren worden sei. Gottes Sohn? Hier?

Wo sonst? Wenn irgendwo Gottes Sohn gebraucht wird, dann hier in unserer realen Welt.

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